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Mitteldeutsche Autorinnen

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º Julia Franck: „Die Mittagsfrau“

Donnerstag, 26.02.2009

Leben. Mittendrin, am Rand. Buchbesprechnung von Sylvia Tornau

Der Roman ‚Die Mittagsfrau’ von Julia Franck beginnt und endet mit der Geschichte von Peter. Einem Jungen, der allein mit seiner Mutter lebt und von der Existenz seines Vaters nur aus einem heimlich gelesenen Brief weiß. Einem Jungen, der in den Wochen nach Kriegsende seine geliebte Mutter von Soldaten vergewaltigt in der Wohnung antrifft. Einem Jungen, der sich die Schuld für das Geschehen gibt, weil er nach einem ähnlichen Vorfall vergessen hatte, ein neues Schloss für die Wohnungstür zu besorgen. Die Mutter packt Koffer und geht mit Peter zum Bahnhof. Sie fahren mit dem Zug nach Pasewalk. Dort endet die gemeinsame Reise. Die Mutter verlässt Sohn und Koffer auf diesem Bahnsteig. Lesen Sie weiter.. »

º Matt Ruff: „Ich und die anderen“

Donnerstag, 26.02.2009

Wer spricht?                                                                                                                                                                                         Buchbesprechung von Sylvia Tornau

Andrew Gage ist das Oberhaupt im Haus mit den vielen Zimmern. Das Haus befindet sich im Kopf des Körpers und ist die Persönlichkeitskonstruktion einer multiplen Persönlichkeit. Soll heißen: Neben Andrew leben noch viele andere Seelen im Körper, teils ausgefeilte Persönlichkeiten, teils Persönlichkeitssplitter. Nicht alle wollen Macht über den Körper, wollen Körperzeit. Einige sind froh, wenn sie sich im Inneren dieses Körpers verstecken können. Alle gemeinsam sind sie Ich-Abspaltungen, resultierend aus einer traumatischen Kindheit und den Versuchen der Traumabewältigung. Der mutige Entschluss von Andrews ‚Vater’, die verschiedenen Splitterpersönlichkeiten mit Hilfe einer Psychologin so im Körper zu integrieren, dass eine Integration in die menschliche Gesellschaft einigermaßen gelingt, hat diesen nachhaltig erschöpft. Er erschuf Andrew und übergab diesem seine Führungsrolle im Haus. Lesen Sie weiter.. »

º Anna Gavalda: „Zusammen ist man weniger allein“

Donnerstag, 26.02.2009

Kommt, lasst uns leben!                                                                                                                                                                     Buchbesprechung von Sylvia Tornau

Erst waren es zwei, dann drei, dann vier und plötzlich stand der Tod vor der Tür. Nicht ganz unerwartet taucht er auf im letzten Drittel der Geschichte. Doch zu Beginn des Romans „Zusammen ist man weniger allein“ – von Anna Gavalda auf zärtlich-ironische Weise erzählt – steht die Begegnung der magersüchtigen, ihr Talent als Zeichnerin versteckenden, Camille mit dem stotternden Philibert, verarmter Adelssohn der Postkarten im Museum verkauft. Das Quartett vervollständigt sich mit Franck, dem überarbeiteten, dauergestressten Koch und dessen Großmutter Paulette, die mit 83 so krank wird, dass sie fortan im Altersheim leben muss. Vier liebenswert traurige Gestalten, von denen jede für sich das Leben meistert, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Lesen Sie weiter.. »

º Jörg Magenau: „Christa Wolf. Eine Biographie“

Donnerstag, 26.02.2009

Der weite Weg. Damals und Heute.                                                                                                                                  Buchbesprechnung von Sylvia Tornau

Im Rückblick betrachtet wird gelebtes Leben vor allem interessant, wenn es aus einer anderen Blickrichtung betrachtet wird, als es gelebt wurde. Nicht nur mit der Intention, Vergangenes zu erinnern, sondern auch mit der Intention, im Erinnerten Zusammenhänge zu entdecken und so das alltägliche Leben und Wirken der betrachteten Persönlichkeit in einem größeren Kontext verstehen zu können. Dem Autor der bei Kindler erschienenen Biografie von Christa Wolf, Jörg Magenau, gelingt dies gleich doppelt. In dem er das schriftstellerische Leben der DDR-Kultautorin betrachtet und in den gesellschaftlich politischen Kontext ihrer Biographie stellt und indem er die DDR-Kulturgeschichte in den Kontext der Biographie von Christa Wolf stellt. Beides unter dem Aspekt: die DDR gehört der Vergangenheit an, ein gesellschaftliches Konstrukt mit nur 40 jähriger Haltbarkeit, von dem heute nur noch Erinnerungen und individuelle Narben im Leben Einzelner zeugen. Lesen Sie weiter.. »

º Elisabeth George: „Am Ende war die Tat“

Donnerstag, 26.02.2009

Buchbesprechung von Sylvia Tornau

Eigentlich wollte ich diesen Roman nicht lesen, ich war zu beleidigt vom Tod der Helen Lynley im vorangegangenen Roman „Wo kein Zeuge ist“. Vor einem sorglos freien Wochenende kaufte ich schließlich ihn doch und las und las und konnte nicht aufhören. Um es gleich zu sagen: dieser neue Roman von Elisabeth George ist ihr bislang spannendster und zugleich hoffnungslosester Roman. Bei aller Abwehr im Vorfeld, während des Lesens störte es mich kein bißchen, das Chief Inspektor Lynley und seine engste Mitarbeiterin Barbara Havers in diesem Buch nur perifer eine Rolle spielten. Lesen Sie weiter.. »