|

Mitteldeutsche Autorinnen


Dokumentation

AMELIA – Newsletter der Autorinnenvereinigung e.V. – Mai 2009

www.autorinnenvereinigung.de
Die Autorinnenvereinigung ist das erste und einzige Netzwerk für Schriftstellerinnen und Autorinnen aller Genres, die in deutscher Sprache schreiben und publizieren.

Liebe Autorinnen,
wir gratulieren Claudia Siemon, deren Gedicht für das Projekt „Timeshadows“ des Goethe-Instituts in Washington ausgewählt wurde! Nachzulesen ist es unter:
www.goethe.de/ins/us/was/kue/lit/tsh/pot/kon/en4074854.htm
Ulrike Budde berichtet in dieser Ausgabe über einen singenden Tresen, wir erinnern an Irmtraud Morgner, die im Mai 1990 gestorben ist und berichten über die Autorinnentreffen des aktuellen Monats.
Wir freuen uns wie immer, wenn uns Beiträge erreichen, Bücher der AV-Autorinnen zur Rezension geschickt werden, ebenso wie deren Veranstaltungstermine 🙂

Alles Gute und beste Grüße aus der Redaktion
Maike Stein

redaktion@autorinnenvereinigung.de

Inhalt

1. Nachtflug
2. Bedrohte Autorinnen
3. Rezensionen
4. Termine
5. Zum Schluss

1. Nachtflug / von Ulrike Budde
Flankiert von schweren Wolkentürmen, die unten schlank und oben, himmelnäher, breit und ausladend zwischen mir und den Gebirgen standen, trieb mich ein ICE vor Tagen nach Augsburg, eine Stadt, die unter Brecht-Hysterie leidet und sich darin erschöpft und für andere Kunst, die der hochamtlichen Krönungsphase noch ferner steht, keine Luft und Zeit mehr übrig hat. Selber schuld, diese Stadt und ihre mehrheitlichen Bewohner. Denn ihnen entging, was die Fahrt so lohnte: begründete Vorfreude (Hinreise), frohes Erinnern, Nachdenken und Glück (Rückreise).

Der Singende Tresen aus Berlin ist eine singuläre Erscheinung. Tresen singen sonst nicht. Dieser klingt und musiziert, mit Manja Präkels als glanzvoller Stimme und Dichterin, dazu eine Band, die zarte Begleitung und volltönende Seitensoli dazugibt, dass es eine reine Lust ist. Die Dichterin schaut sich um, sieht, und beschreibt das Vorgefundene in einer Poesie, die rockt, auch wenn sie Flüstertöne anschlägt vor Entsetzen. Wie nach einer Hausbesetzung ein Lied über Siebzig weise Greise den Vertreibern und ihrer Kaltherzigkeit die soziale Todesmelodie hinterherwirft, ist von derselben herzzerreißenden Melancholie befeuert wie die Wildheit eines Chansons über ein wölfegeiles Guerrillaschaf, das von vegetarisch verirrten Vertretern dieser Gattung umzingelt ist und sich nicht anders als durch Singen zu helfen weiß. Oft schon fanden Absurditäten des Großstadtlebens ihren Niederschlag in Songs. Ein Abschiedslied auf den Berliner Alex und seinen betonharten Charme gibt es erst jetzt, als letzte Verteidigung gegen den Aufprall eines Ufos vom Stern der Mediamarkt-Herausschleuderer. Wer vor den großen Fragen des Lebens kapitulieren musste, wird vom Singenden Tresen aufgefangen, einmal umgewendet und entlassen mit dem kauftechnischen Seitenhieb „Kleinigkeiten bei minimal!“ Der Weg ist dann nicht weit, irgendwohin, vielleicht zur Barfrau, denn auch die hat ein eigenes Lied, über ihren Blick auf die Kunden, die Gäste, das Reden und Gerede, das Trinken und das Nicht-Nachhause-Gehen. Oder rettet tags darauf schließlich der Rückzug ins Schneckenhaus, mit ausgestöpseltem Telefon und ignorierter Emil-Box? In jedem Fall gilt: Mit dem Lachen beeilen, weil’s sonst ein andrer für uns macht!

Musikalisch kein Geklimper. Tom Waits klingt manchmal an, Musette und anderes Tanzbares sowieso, steiler Rock, sanfte, leise Lieder. Nichts wiederholt sich. Ein Klarinettist, der mehr und anderes kann als Klezmer-Adaptionen: Melodika, eine Bassklarinette, Akkordeon und endlich noch bühnenreifes Pfeifen, mit Schnörkeln und finaler Arabeske. Ein Bass, der genau das tut, was er soll: ruhig, klar und eigenständig ein Rückgrat für das Ganze abgeben. Eine Gitarre als Melodieunterstützung, Gesang und Bass ebenbürtig in den Rahmen eingebunden. Wenn Klavier, dann richtig. Und eine Vibraphonistin, die an ihrem Instrument zu einer derart hohen Form aufläuft, dass – kritische Anmerkung! – etwas mehr Raum für ein oder zwei Soli die Gesamtfreude noch vergrößern könnten.

Ein Tresen, Kernstück jedes abendlichen Etablissments, hat viel zu erzählen, bzw. zu besingen, wenn er sich läßt. Augsburg, Stadt der vielfach verpassten Chancen: Manja Präkels hat Dir sogar einen Text mitgegeben! Geschrieben zwar für einen Heimatbesuch in der mitteldeutschen Kleinstadt, aber es gilt: hier wie da.

„Hinter Gardinen stehen
exotische Gewächse
Hinter Gardinen
stehen . . . “

Aber Trost ist nicht weit. Der Singende Tresen weiß auch dies:
„Die Stadt ist kein Monster. Sie sieht nur so aus.
Ihr Schlaf ist kein Schlaf. Sie leuchtet zu den Sternen hinauf.“
Bis zum nächsten Mal in Augsburg oder anderswo!

Lesen: Manja Präkels, „Tresenlieder“, erschienen 2004 im Verlag Edition AV, ISBN 3-936049-23-8.
Markus Liske: „Freier Fall für freie Bürger“; „Deutschland. Ein Hundetraum“;“Weltmeister wie wir“; alle im Verlag Edition AV
Hören: ganz aktuell die CD „Kein Teil von etwas“, davor schon: „Clowns im Regen“ und „Sperrstundenmusik“.

2. Bedrohte Autorinnen / von Maike Stein
Irmtraud Morgner oder der Eintritt der Frau in die Historie

„In diesen Weltzuständen ist Humor für mich . . . eine Widerstands-kraft gegen die Lähmung durch Angst. … Der Humor kann unseren aktiven Widerstand gegen die Bedrohung stützen.“

Sätze, die heute immer noch gelten können, ausgesprochen von einer Autorin, deren Werk lange nicht veraltet ist, obwohl es den Staat, in dem sie gelebt und gearbeitet hat, nicht mehr gibt, und wir mit der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann angeblich so viel weiter fortgeschritten sind. Eine virtuose Vermischung von Phantastik und genau beobachteter realistischer Alltagsbeschreibung aus feministischer Perspektive war ihr Markenzeichen. Mit dem Roman „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz“ sowie der Fortsetzung „Amanda. Ein Hexenroman“ erzielte sie ab 1974 sowohl bei den Leserinnen der DDR als auch denen der Bundesrepublik Deutschland große Erfolge.

„Die Philosophen haben die Welt bisher nur männlich interpretiert. Es kommt aber darauf an, sie auch weiblich zu interpretieren, um sie menschlich verändern zu können“ (aus: Amanda. Ein Hexenroman).

„Der Eintritt der Frau in die Historie“ war Morgners erklärtes Ziel, literarisch hat sie vieles dazu beigetragen und ihre Salman-Trilogie, die unvollendet blieb, ist nach wie vor eine wichtige und spannende Lektüre.

Irmtraud Morgner, geb. 22. August 1933, Chemnitz / gest. 06. Mai 1990, Berlin
Die Laura-Salman-Trilogie:
Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura (1974)
Amanda. Ein Hexenroman (1983)
Das heroische Testament. Ein Roman in Fragmenten (1998, Hrsg. Rudolf Bussman)

3. Rezensionen

„Du stirbst nicht“ von Kathrin Schmidt
rezensiert von Claudia Breitsprecher

„Was ist Denken? Denken müsste doch so etwas wie Fortbewegung im Stillen sein, an einer langen Halteleine, sodass man sicher durch die Wildnis der Wahrnehmung kommt. In dem man hin und wieder auf die Halteleine schaut, schirmt man sich ab vor zu vielen Eindrücken. Das Denken verwurstelt sich dann nicht so leicht.
Wo ist ihre Halteleine? Sie kann sie nicht sehen. Stattdessen flieht ein Gedanke den nächsten, der links von ihr als Häscher auftritt, während er rechts als Gejagter die Bildfläche verlässt. Ohne Spuren zu hinterlassen.“ (S. 74)

Eine Frau erwacht und begreift nicht. Warum stehen die Angehörigen an ihrem Bett? Warum sind sie so traurig? Etwas drückt sie im Rücken, aber sie kann es nicht ändern, denn der Arm regt sich nicht und das Wort fällt ihr nicht ein, mit dem sie einen von denen, die um sie herumwuseln, bitten könnte, das … ein bisschen höher zu schieben. Sie ist verkabelt, angeschlossen an ein Netz, dessen Betreiber, wie sie vermutet, den Leuten nachts mittels Strom und unvorstellbarer Hitze alle Flüssigkeit entziehen, sodass nur gerunzelte Quaderchen zurückbleiben, die sie in die Landschaft stellen.
Es dauert lange, bis sie erfasst, was wirklich geschehen ist: Ein Aneurysma in ihrem Kopf ist geplatzt. Sie wurde am Gehirn operiert, die rechte Körperhälfte ist gelähmt, die Sprache ist weg.

„A-fa-sie. Natürlich kennt sie das Wort. Aber was bedeutet es nur? Warum fällt ihr das nicht ein?“ (S.16) Und sie ist Schriftstellerin.
Was folgt, ist die Geschichte von Helene Wesendahl und ihrer Rehabilitation nach wochenlangem Koma, umgeben von routinierten Pflegekräften, gleichmütigen ÄrztInnen und der aufopferungsvollen Fürsorge ihres Ehemannes, die sie gleichermaßen anrührt und ängstigt. Mit der Beweglichkeit des Körpers und des Geistes kommen allmählich auch die Erinnerungen zurück; an das Schreiben, an die Entwicklung ihrer Kinder, an die Geschichte ihrer Ehe und deren Krise. Und schließlich daran, dass es da noch jemanden gegeben hat, bevor „es“ geschah …

Kathrin Schmidt hat diesen Roman in Anlehnung an autobiografische Erlebnisse geschrieben. Beginnend mit kurzen Sequenzen der Verwirrung über längere des Orientierens bis hin zu umfassenderen Passagen wieder möglicher Reflexion eignet sich die Erwachte ihr Leben von Neuem an. Und obwohl die Autorin ihre Protagonistin immer wieder spüren lässt, dass Wortschatz und Aufnahmekapazität seit der Erkrankung kleiner geworden sind, erzählt sie das Geschehen mit großer Gewandtheit und Detailgenauigkeit. Auf jeder Seite, bisweilen in jedem Satz wird ihre Liebe zur Sprache spürbar, die Lust, gekonnt damit zu spielen. Konsequent aus der Innenperspektive geschrieben, wechselt Kathrin Schmidt zwischen einem distanziert anmutenden Stil, der das Ringen um Verstehen verdeutlicht, und der Nähe zur Erfahrenden mit ihrem Gefühlschaos. Ohne Effekthascherei, dafür mit großer Ehrlichkeit gegenüber dem inneren und äußeren Geschehen ihrer Hauptfigur, vermittelt sie uns die Suche nach einer Identität, die Rückschau und Ausblick umfasst, die Verlust und Neubeginn gleichermaßen annimmt.

„In zwei Traurigkeiten gleichzeitig zu sein, ist kein schlechter Zustand. Man liegt auf der einen und deckt sich mit der anderen zu, und wenn man hinaufschaut, kann man sich auf einmal vorstellen, dass diese Traurigkeiten nur zu spüren sind, weil es das Gegenteil davon wirklich gibt.
Die Lust.
Den Überschwang.
Das Überschwappen.“ (S.249/250)

Ein Roman randvoll mit Einsichten, Gegensätzen, Überraschungen.
Unbedingt lesen!

Kathrin Schmidt: „Du stirbst nicht“, Kiepenheuer & Witsch, 2009, 19,95 Euro

Kathrin Wildenberger „Montagsnächte“
rezensiert von Sylvia Tornau

In ihrem Erstling „Montagsnächte“ erzählt Kathrin Wildenberger vom Erwachsenwerden in Zeiten des Umbruchs. Erwachsenwerden ist auch ohne Umbrüche schwierig genug. Für die Generation der heute 35-45 jährigen, geboren in der DDR, war die politische Situation im Land eine weitere Herausforderung. Neben den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens, Begegnungen mit der ersten Liebe stellte sich auch die viel diskutierte Frage „Gehen oder Bleiben?“. Die Beantwortung dieser Frage erforderte spätestens ab Mitte der achtziger Jahre auch Antworten auf Fragen wie „Bleiben und aktiv verändern, dabei Repressalien bis hin zur Verhaftung in Kauf nehmen?“ oder „am Rand aktiv werden?“. Das die Antworten auf diese Fragen in der genannten Altersgruppe nicht immer eine persönliche Entscheidung war, sondern häufig eine zufällige Verquickung von eigenen Interessen, Liebe, der Offenheit mit welcher man dem Leben begegnete, stellt Kathrin Wildenberger sehr anschaulich, lebendig und nachvollziehbar dar.

Ania Hochlinger wächst in einem Dorf im Südharz auf. Als 15jährige verliebt sie sich im Sommer 1986 in den 18jährigen Außenseiter Bernd. Bernd verweigert den Dienst an der Waffe und wird als Bausoldat zur NVA eingezogen. Die emotionalen Ereignisse überschlagen sich. Ania schreibt Briefe, aber Bernd antwortet nicht. Die beste Freundin Suse verschwindet mit ihrem Freund über Ungarn in den Westen. Das bedeutet für Ania hin- und hergerissen sein zwischen Enttäuschung über den Vertrauensverlust – schließlich hat Suse mit keiner Silbe über ihr Vorhaben gesprochen – und der Trauer über den Verlust der Freundin. Ania verliebt sich in Tom. Ania beginnt eine Ausbildung. Im September 1989 begleitet Ania ihre Freundin Miriam zu einem Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche. Dort begegnet sie Miriams Geliebten. Es ist Bernd, inzwischen Theologiestudent und Fotograf.

Die Ereignisse in Wildenbergers Roman geschehen in einem rasanten Tempo. Ania, Bernd und Miriam nehmen in den kommenden Wochen immer wieder an den Demonstrationen in Leipzig teil. Ania und Bernd verlieben sich, trennen sich aber nicht von Tom und Miriam. Die Mutter organisiert zu Hause im Dorf eine Demonstration, der Vater resigniert, tritt aus der SED aus. Die Mauer fällt und die heftige Affäre zwischen Ania und Bernd endet.

Kathrin Wildenberger erzählt aus Anias Sicht in Ich-Form. Neben den Begebenheiten, die unmittelbar von Anja erzählt werden, nimmt die Autorin das stilistische Mittel des Briefes zu Hilfe, um der Sichtweise anderer Beteiligter Raum zu geben. Die einfache und klare Sprache ist dem Sujet angemessen. Gerade durch die Einfachheit der Sprache gelingt es der Leserin dem Wust an Geschichten, Begebenheiten und Ereignissen problemlos zu folgen.

Kathrin Wildenbergers Roman „Montagsnächte“ nähert sich behutsam dem Thema Wendezeit in der DDR. Die Autorin zeichnet ein feines und dadurch realistisches Bild jener Zeit, in der es bei vielen Menschen nicht nur um ein Für und Wider ging, sondern auch um Unzufriedenheit, den Willen zu Mitbestimmung, aber vor allem um Unsicherheit. Nicht wissen, welches Handeln das Richtige ist. Die berufliche Zukunft gefährden oder den Mund aufmachen. Oder, wie ein Professor im Buch, erst des Berufes wegen die politisch vorgegebene Meinung vertreten und dann, überwältigt vom eigenen Gefühl der Heuchelei, das eigene Unbehagen öffentlich machen.

Wer wissen will, wie verwirrend die Zeit des politischen Umbruchs für viele Menschen in der DDR war, wie innerlich zerrissen die Menschen sich fühlten, wie der Zufall Helden schuf oder politische Aktionisten, dem sei die Lektüre der „Montagsnächte“ wärmstens empfohlen.
Dieses Buch hat das Zeug zur Schulbuchlektüre für den Geschichtsunterricht der jüngeren deutschen Vergangenheit. Unbedingt verschenken an Jugendliche. Unbedingt lesen, wer in die eigenen Erinnerungen abtauchen will.

Kathrin Wildenberger „Montagsnächte“, Plöttner Verlag, Leipzig 2007, 230 Seiten. 17,90 €

Wir verlosen ein Exemplar des Buches! Bei Interesse bitte einfach eine Mail mit dem Betreff „Montagsnächte“ an: redaktion@autorinnenvereinigung.de
Und natürlich die Adresse nicht vergessen, an die das Buch im Falle des Gewinns geschickt werden soll! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

4. Termine

Münchner Autorinnentreff am 6. Mai 2009
19.30 Uhr in der Frauenakademie, Auenstr. 31, Nähe Baldeplatz.
Gäste sind willkommen!
Die Schriftstellerin und Überstezerin Barbara Yurtdas (AV) stellt die Lyrikerin, Performerin und Fotografin Alma Larsen vor.

Alma Larsen, aufgewachsen in Berlin, lebt seit 1967 in München. Studium der Politikwissenschaften; seit 1980 freischaffende Schriftstellerin und Fotografin. Veröffentlichung von Lyrik, Kurzprosa, Essays und Kunstkatalogen. Zusammenarbeit mit Bildenden Künstler/innen.
Sie erhielt mehrere Arbeitsstipendien, war 1998-2003 Veranstalterin der GEDOK- Lesungen unter dem Titel „Texte und Töne“. 1999-2000 und wiederum ab 2003 leitete sie die monatlichen Literaturgespräche in der Seidlvilla unter dem Titel „café- sätze“.
2004 war sie eine der Preisträgerinnen des HohenzollernPoesiePreises des Lyrik Kabinetts.

Veröffentlichungen (Auswahl:
Notfalls morgen einen Kater. Gedichte (1989)
Steine klopfen. Gedichte (1996)
Steinzeit (1997, Kassette)
KlangNetze. Gedichte zu Bildern von Rita De Muynck (1998, Katalog)
Kunst am Bein. Gedichte mit Zeichnungen von S. Rachl (2000)
Doppel Stier Gymnastik hach! Poetische Diagonale (mit M. Lowien, 2002)
Fliegt auf rot. Gedichte (2003)
Welle vorwärts. Gedichte (2006)

„Alma Larsens Texte kommen auf scheinbar leichten Füßen daher, filigran montierte Gebilde aus Rhythmus und Klang, liedhaft, tänzerisch, in minimalistischer Sprache …“ (Walter Turms, Neue Lyrik)

Berliner Autorinnentreff am 7. Mai 2009
19.30 Uhr in der Begine
Texte mit Wurzeln –
Ein Abend über Orte und Ortsbeschreibungen

Es gibt Geschichten, die könnten überall spielen. Beim Lesen erfahren wir nur, ob sich der Held oder die Schurkin gerade im Haus, auf der Straße oder im Flugzeug befinden, und das genügt völlig. Dann gibt es Geschichten, in denen die Orte, an denen sie spielen, vor unserem inneren Auge heraufbeschworen werden. Und zwar nicht nur aus Freude am Beschreiben, sondern weil die Orte in der Geschichte eine Funktion haben. Orte können die Atmosphäre eines Romans sichtbar, schmeckbar, hörbar machen. Sie können auch etwas symbolisieren: unterschiedliche Wohnungen stehen für Unterschiede in den Lebenswelten, Brücken für Übergänge oder Abgründe, das Meer für Idylle oder Unendlichkeit oder den Tod … Und schließlich können Orte zu Elementen der Handlung werden, als Gegenspieler, den es zu besiegen gilt, oder als das Thema, um das der Roman kreist.
Diskutiert werden Fragen wie: Wie finde ich „meine“ Orte für meine Geschichte? Wie viel Beschreibung darf/muss sein? Und was hat das Ganze mit der Erzählperspektive zu tun?

Leitung des Abends: Barbara Slawig

Der Singende Tresen
Es ist Frühling, die Amseln brüllen und der Osterhase hat eine neue Tresen-CD im Körbchen.
„KEIN TEIL VON ETWAS“ heißt das gute Stück, dauert ganze 77 Minuten (!) und ist voraussichtlich ab 18. April im Plattenladen Eures Vertrauens erhältlich. Man kann sie aber auch einfach bei einem der anstehenden Konzerte erwerben. Außerdem werden Dichter und Dichterin aus der Werkstatt lesen und die Premiere eines neuen Kinder-Musik-Theaterstücks feiern: „Der Piratenschatz“.
www.dersingendetresen.de

01. Mai – ab 18:00
DER SINGENDE TRESEN & andere
ACUD
Berlin-Mitte

03. Mai – 20:00
DER SINGENDE TRESEN
Galerie im Kornfeld
Klein Mutz (bei Zehdenick / Brandenburg)

09. Mai – 20:00
DER SINGENDE TRESEN – SPERRSTUNDENMUSIK
Fonte
Brandenburg a. d. Havel (Brandenburg)

15. Mai – 20:00
LISKE liest: Weltmeister wie wir
Schoeler-Schlößchen
Berlin-Wilmersdorf

16. Mai – 20:00
DER SINGENDE TRESEN – SPERRSTUNDENMUSIK
Gondi
Bremen

17. Mai – 20:00
DER SINGENDE TRESEN – SPERRSTUNDENMUSIK
Singers/Players-Club
Oldenburg (Niedersachsen)

23. Mai – 20:00
LISKE & BOOTZ lesen: Geil, gierig, gnadenlos
Café Gralow
Berlin-Steglitz

5. Zum Schluss

„Mein Antrieb wäre nicht, Kunst zu machen, mein Antrieb wäre, Welt zu machen.
Natürlich mit der größtmöglichen Wucht an Worten.“

Irmtraud Morgner

|

º Schreiben Sie einen Kommentar