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Mitteldeutsche Autorinnen


Amelia NL AV

Amelia – Newsletter der Autorinnenvereinigung e.V. – April 2009

www.autorinnenvereinigung.de
Die Autorinnenvereinigung ist das erste und einzige Netzwerk für Schriftstellerinnen und Autorinnen aller Genres, die in deutscher Sprache schreiben und publizieren.

Liebe Autorinnen,

weil das Leben draußen noch immer so dunkel und grau ist, haben die Frauen der Amalieredaktion sich wieder einmal richtig ins Zeug gelegt und liefern mit diesem Newsletter einen bunten Themenstrauß.
Ulrike Budde und Vera Olbricht blicken in ihren Beiträgen auf kommende und stattgefundene Aktivitäten der Autorinnenvereinigung. Die Autorinnentreffen laden ein zu Aktivitäten und die Rezensionskiste ist gefüllt mit drei sehr verschiedenen Publikationen der AV-Autorinnen Lydia Mischkulnig „Macht euch keine Sorgen“, Helen Garner „Das Zimmer“ und Margarete Federkeil Gaitzsch „Kindes Land“. Für sparsame Leserättinnen gibt es in der Rubrik Verlosung auch wieder einige Exemplare der besprochenen Titel zu gewinnen.
Unter Punkt 6 dieses Newsletters gehen wir auf ein Thema ein, welches uns Autorinnen besonders angeht: das an den Urheberrechten vorbei betriebene Einscannen von Büchern durch Google und andere Internetplattformen. Wir fordern alle Autorinnen auf, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und sich dem Aufruf bekannter AutorInnen und VerlegerInnen unter http://www.textkritik.de/urheberrecht/ anzuschließen.
Darüber hinaus lädt Melsene Laux Autorinnen zum Schreiburlaub in ihr Haus in Schweden ein und unter der Rubrik Bedrohte Autorinnen erinnere ich an die jüdisch-feministische Autorin Mela Spira (geb. Hartwig).

Vergnügliche Lese- und Schreibmomente wünscht die Redaktion

Sylvia Tornau
redaktion@autorinnenvereinigung.de

Inhalt
1. Neues aus der Autorinnenvereinigung

1. Neues aus der Autorinnenvereinigung
2. Termine
3. Rezensionen
4. Verlosung
5. Neuerscheinungen
6. Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte
7. Ein Zimmer für sich allein
8. Bedrohte Autorinnen
9. Zum Schluss

 

1 Jahr Autorinnenvereinigung in München – ein Grund zu feiern!
Beitrag von Ulrike Budde

Alle Empfängerinnen dieses Rundbriefs sind herzlich eingeladen, Gäste sind willkommen!
Mittwoch, 1. April 2009, ab 19 Uhr
im Café-Restaurant Mara, Nymphenburger Str. 69, 80335 München,
Tel 089 – 18 95 55 25, U-Bahn Maillingerstr.
Für die Reservierung: Bitte gebt möglichst bald Bescheid, ob Ihr kommt!
(bei Ulrike: morgenland-av@t-online.de)
Die aktuelle Speisekarte könnt ihr unter www.cafe-mara.de anschauen.

(Die Restaurateure des Mara sind der Literatur recht zugetan: Auf der Frühstückskarte bieten sie sowohl ein Frühstück Orhan Pamuk wie auch ein Frühstück Günter Grass an. Wir werden diese literarische Kennerschaft dann mal um die weibliche Komponente erweitern ;-))
Generalthema: Womit machen wir weiter? Ideen sind gefragt. Konkret geht es um:
* Thema und Referentin für die Expertinnenrunde 1. Juli
* Details zum Sommerworkshop am 14.-16. August, der in den Räumen der Frauenakademie München – F.A.M., Auenstr. 31, stattfinden wird. Ute Hacker wird uns über den aktuellen Stand der Vorbereitung informieren. Zu diesem Workshop möchten wir sehr herzlich auch die Autorinnen aus dem weiteren Bayern und aus Tirol einladen!
* Themen und Referentinnen für September, Oktober, November, Dezember (s.o., durchaus auch in Kooperation mit anderen; Termin jeweils der 1. Mittwoch im Monat)
Bisherige Vorschläge:
* die Münchner Schriftstellerinnenvereinigung und ihre langjährige Vorsitzende Carry Brachvogel
* Münchner/bayrische Autorinnen mit Migrationshintergrund einzuladen – aus Osteuropa, Italien, USA, Kanada
* Labyrinth Literatur – z.B. Veranstalterin/Literaturnetzwerke
* Labyrinth Literatur – wie radikal schreiben Frauen?
* Labyrinth Literatur – wie arbeiten Kritikerinnen? (Zeitung, TV, Hörfunk)
* DDR-Schriftstellerinnen – was ist nach 1989 aus ihnen geworden?
* evtl. Ideen für eine Beteiligung an der Frühjahrsbuchwoche 2010
* Literaturprojekt 2010 in Bayern www.gemeinsamekulturarbeit.de: Wer hat Lust, mitzutun? Thema? Form?
Für alle Abende oder weiter gefassten Themen sollte sich jeweils eine Verantwortliche finden, die sich um die Vorbereitung kümmert.
Unsere nächsten Termine, wie gewohnt in der Frauenakademie, Auenstr. 31, (Nähe Baldeplatz), 19 Uhr:
6. Mai: Die Fotografin, Lyrikerin und Performerin Alma Larsen ist zu Gast, vorgestellt von Barbara Yurtdas
3. Juni: Sandra Uschtrin, Webmasterin von www.uschtrin.de und Herausgeberin des Autorenhandbuchs, gibt aus ihren Erfahrungen Auskunft und Tipps zu Fragen von Literatur & Recht (das ist allerdings keine „Rechtsberatung“).

Labyrinth Literatur
Zu einer Veranstaltung am 4. März 2009 in München
Bericht von Ulrike Budde

Literatur zu verfertigen ist Arbeit. Eine schöne Arbeit, gewiss. Doch: kein Zuckerschlecken. Noch weniger Frauen als Männer können von ihren Einkünften als Autorinnen leben, der in diesem Land vertraute durchschnittliche Einkommensunterschied von ca. 25% schlägt auch hier voll durch. In einer Diskussion über Lebens- und Arbeitsbedingungen von Autorinnen in Deutschland versuchten die Schriftstellerin Petra Morsbach und Edda Ziegler, Literaturwissenschaftlerin und Autorin, unter lebhafter Beteiligung des Publikums Ursachen auf die Spur zu kommen.
Manches, was zu Tage gefördert wurde, unterschied sich kaum von anderen Berufsbereichen: Frauen verhandeln oft zu wenig informiert und nicht selbstbewusst genug über Verträge und Honorare; Familie und Beruf lassen sich nur schwer unter einen Hut bringen, Kinder wirken auch im Literaturbetrieb meistens als Karrierebremse. Petra Morsbach stellte einen Text vor, in dem sie dem Weg eines jungen Mannes und einer jungen Frau folgt, die beide LiteraturkritikerIn werden wollen. Spätestens mit der Geburt des ersten Kindes kann die Frau nicht mehr mithalten: miserable Honorierung von Artikeln oder Radiobeiträgen erzwingt einen hohen Arbeitsdruck, interessante, die Reputation fördernde Aufträge sind zu selten, zu wenig kalkulierbar und in der Regel erst nach Jahren zu bekommen. Die Frage nach dem Vorhandensein und den Möglichkeiten von KritikerInnen stellte sich, da eine Chance für besseren Verdienst von Autorinnen eine erhöhte Aufmerksamkeit der Literaturkritik für die Arbeiten von Frauen sein könnte, um s o mehr Käuferinnen auf deren Bücher aufmerksam zu machen. Das Feld der Vergabe von Literaturpreisen und -stipendien zeigt beispielsweise, dass die Schlussfolgerung, hier handele es sich um einen Selbstbedienungsladen für Männer, nicht ganz überraschend wäre.
In ihrem (nicht mehr erhältlichen) Buch Die verbrannten Dichterinnen ging Edda Ziegler der Frage nach, wie sich nach 1933 Exil und ähniche dramatische Einschnitte auf das Leben von Schriftstellerinnen auswirkten. Ihr Ergebnis lässt sich in einem Wort zusammenfassen: als Rückschritt. In schlecht bezahlte, unterqualifizierte, meistens „weibliche“ Tätigkeiten, um ihr Leben (und oft auch das eines Partners) zu finanzieren.
Auf der Suche nach einer Art „ungeklärtem Rest“, nach dem großen Warum? für manche Verhaltensweisen und Phänomene ergab sich ein interessanter Aspekt: eine geringere Risikobereitschaft von Frauen. Auch darin erweist sich wieder eine Parallele zu Einschätzungen und Erfahrungen, die beispielsweise während des Equal Pay Day von Frauen in leitenden Positionen in Unternehmen vorgebracht wurden. Gemeint waren in unserem Zusammenhang nicht nur Fleiß und Disziplin, ein Leben-für-die-Literatur, sondern vor allem der Zugriff auf Themen, auf Sichtweisen, auf eine gewisse Radikalität im Schreiben, die die fertige Arbeit wesentlich von der Mehrzahl der anderen unterscheidet und dadurch interessant macht. Hier weiterzudiskutieren wäre sicher lohnend!
Was kann getan werden? Natürlich konnte und wollte der Abend keine fertigen Lösungen anbieten. Für Leserinnen – die deutliche Mehrheit derjenigen, die Geld für Bücher ausgeben – wäre ein kritisches Kaufverhalten eine Möglichkeit, Autorinnen zu mehr Präsenz zu verhelfen. Nicht gleich kapitulieren vor den wuchtigen Pyramiden der Stapelware, vor den mauerartig in den Regalen aufgereihten Massensellern! Buchhändlerinnen werden gern nach Alternativen gefragt, kennen oft genug ganz andere Titel, die sie selbst gern empfehlen. Ganz abgesehen davon: es gibt ja auch solche und solche Buchhandlungen – die großen Ketten oder die Läden der Individualistinnen, die versuchen, zumindest partiell gegen den Strom der Vereinheitlichung zu schwimmen.
Für Autorinnen: phantasievoll, selbstbewusst, vernetzt – so würde ich zusammenfassen, was sowohl von den Referentinnen wie auch aus dem Publikum genannt wurde. Die Veranstaltung selbst war schon ein Ergebnis erfolgreicher Netzwerkarbeit: auf Einladung der Volkshochschule München erdacht, finanziert von Therese Literaturgesellschaft, Autorinnenvereinigung und Kulturreferat der Landeshauptstadt München, organisiert von der Autorinnenvereinigung, von allen gemeinsam und auch noch von den BücherFrauen München beworben und besucht.
Eines hat sich auch gezeigt: das Bedürfnis, sich über die Bedingungen, unter denen Bücher produziert werden – egal, ob Sachbuch, Belletristik, Kinderbuch – auszutauschen, ist riesengroß. In München werden wir in jedem Fall versuchen, dieser Veranstaltung noch weitere zu Themen des beruflichen Alltags, zur Rolle der wirklichen Welt in der Welt des Schreibens folgen zu lassen.

Lisa-Marie Dickreiter »Dramaturgie am eigenen Romanprojekt« oder: »Ruhig Brauner« oder »Jetzt geht es auf die Zwölf«
Rückblick von Vera Olbricht

Am Freitag, 13. Februar – das Vorzeichen für den Workshop war bestens – um 10 Uhr trafen sich fünf Autorinnen und ein weiblicher Zaungast zur »Dramaturgie am eigenen Romanprojekt« in der Begine in Berlin. 21 Stunden intensiven Arbeitens an den Romanprojekten und fünf Dramaturgieblöcke später endete er am Sonntagnachmittag. Angereist waren die Autorinnen von Süden, Norden, Westen und Osten – Tübingen, Hamburg, Mainz und Pankow. Ebenso bunt wie die Anreiseorte waren auch die Romanprojekte. Eine Herausforderung für die Teilnehmerinnen und ein dramaturgischer Parkour für die Leiterin Lisa-Marie Dickreiter. Soweit zum Formalen, denn sogleich kam Lisa mit der »Dramaturgie um die Ecke« …
Auf der Zwölf hat die Geschichte ihren Midpoint – landet also ihren (vermeintlichen) Treffer, hat ihren Höhepunkt, gleich ob im »Drama» oder in der »Komödie«, wenngleich der »Braune«, der die Autorinnen vorantreibt, auf dem Weg dorthin und von dort wieder fort auch im Zaum gehalten werden muss. Ansporn zur Gelassenheit im Umgang mit dem Text, Zuspruch für jede Autorin und ihr derzeitiges Schriftkind und … ruhig »Brauner«, eins nach dem anderen und daher zunächst und immer wieder zurück zur Dramaturgie des jeweiligen Romanprojekts.
Doch nicht nur der Midpoint einer Geschichte, auch die anderen dramaturgischen Punkte des 3-Akt-Modells schwirrten gleichermaßen dynamisch wie zielgerichtet durch den Raum. Wie eine Zauberin dirigierte Lisa-Marie Dickreiter Punkt um Punkt bei jeder Geschichte in Position, und motivierte ihrer weiblichen Zauberlehrlinge ebenso temperamentvoll wie versiert, das dramaturgische Modell gedanklich immer wieder mit neuem Ziel zu durchlaufen. Denn: Nur das Training macht’s! Und Lisa ist eine vortreffliche Trainerin, sympathisch, ausdauernd und engagiert zugleich.
Nicht im Zaum gehalten hat Lisa-Marie Dickreiter ihre Begeisterung für Literatur – auch für die von den Teilnehmerinnen als Probeseiten vorgelegte. Kartonhafte Figuren gewannen Dimension in Raum und Zeit, Protagonisten wurden in ihren Widersprüchen herausgearbeitet und positioniert, Zeitläufe für Aktionen erhielten klare Konturen und alle Romanprojekte ein fundiertes dramaturgisches Konzept – und last but not least die Autorinnen Handwerkszeug für ihr derzeit entstehendes wie auch für ihre künftigen Romanprojekte.
Wer Ansporn zu Gelassenheit, Leidenschaft zum Engagement und versierte Kenntnis für den dramaturgischen Aufbau seines Werkes suchte, fand ihn in diesem Workshop – und nicht nur darin waren sich die Autorinnen und der weibliche Zaungast einig, 21 Stunden und fünf Dramaturgieblöcke später.

2. Termine

Ergänzung zum Text von Vera Olbricht
Workshop „Ohne dich kann ich nicht sein – Symbiose von Inhalt und Sprache“ von Lisa-Marie Dickreiter
30. Mai bis 1. Juni in der Begine in Berlin, (max. 6 Projektplätze, max. 3 Zaungastplätze)
Für diesen Workshop ist noch ein Projektplatz und ein „Zaungastplatz“ (Autorin ohne eigenes Projekt) frei. Genaue Informationen werden per Mail verschickt: Bitte richten an lisadickreiter@yahoo.de

Zwei spannende Workshops für AutorInnen vom Dokumentar- und Spielfilmregisseur Winfried Oelsner, die wir euch sehr ans Herz legen möchten:
Workshop 1: „Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen“ – Interviewführung für die Roman-Recherche
Samstag, 16.05.09, 10-19 Uhr in Berlin
Teilnehmerzahl: 6-8 Personen
Preis: € 90,- (inkl. 19% MwSt.) + € 10-15 für Seminarraum-Miete

Viele Geschichten brauchen sie. Viele Figuren brauchen sie. Für die einen AutorInnen ist sie ein großer Spaß, für die anderen ein Gräuel – die Recherche.
Das Internet verführt uns dazu, Informationen nur noch sicher vom heimischen Schreibtisch aus zu suchen, ohne selbst in Erscheinung zu treten oder Menschen nahe zu kommen. Für nackte Zahlen und Fakten mag das (zum Teil) reichen. Aber um Einblicke in persönliche Erinnerungen, in Erlebnisse und Erfahrungen zu erhalten, oder auch um ein Gefühl für Sprache und Gesten bestimmter Milieus zu bekommen, gibt es nur eine Möglichkeit: Das persönliche Interview.
Ein Interview ist jedoch mehr als eine abgearbeitete Liste von Fragen. Es erfordert auch die Fähigkeit, eine persönliche Bindung herzustellen und in direkten Austausch zu treten.
Wie bereite ich mich vor? Welche Unterschiede gibt es zwischen Experten- und Laien-Interviews? Wie spreche ich heikle Themen an? Wie öffne ich manchmal traumatisierte Menschen, baue Ängste ab und Vertrauen auf? Und wo soll das Interview überhaupt stattfinden?

Im ersten Teil des Ein-Tages-Workshops wollen wir uns mit theoretischen Grundlagen und praktischen Richtlinien der Interviewtechnik befassen (Interviewformen, Frageformen, Gesprächsführung, nonverbale Kommunikation, etc.) Im zweiten Teil folgen praktische Interview-Übungen zwischen den SeminarteilnehmerInnen, mit anschließender gemeinsamer Video-Analyse. Bei Interesse können auch geplante Interviews für konkrete Recherche-Vorhaben der TeilnehmerInnen behandelt werden.

Workshop 2: „Figuren zum Leben erwecken“ – wie sich AutorInnen mit Hilfe von Schauspiel-Techniken besser in Figuren und Szenen hineinversetzen können
06.-07.06.09 (Sa+So), 10-19 Uhr in Berlin
Teilnehmerzahl: 6 Personen
Preis: € 250,- (inkl. 19% MwSt.) + € 20-30 für Seminarraum-Miete

Die Probleme kennt jeder Autor/ jede Autorin: „Meine Figuren leben nicht.“  „Meine Figuren wirken nicht auf den Leser.“  „Meine Figuren sind kopflastig und unemotional.“
Schauspieler haben oft das gleiche Problem, auch wenn die Figur, die sie spielen, auf dem Papier schon existiert. Und doch können AutorInnen meiner Meinung nach viel von Schauspiel-Techniken und der Arbeit an der Rolle lernen. Denn so unterschiedlich die Berufe auch sein mögen, beide stehen vor der gleichen Herausforderung: Wie kann ich mich in eine Figur einfühlen, die etwas erlebt hat, das mir selbst fremd ist?
„Schauspielen ist wahrhaftiges (Er-)Leben unter vorgestellten Umständen.“ (Sanford Meisner) Und so ergeht es auch den AutorInnen jeden Tag, wenn sie an ihren Geschichten schreiben. Sie müssen das, was sie sich vorstellen, beim Schreiben lebendig werden lassen.
Am ersten Tag des Workshops wollen wir uns mit den Theorien der berühmten Schauspiel-Lehrer Konstantin Stanislawski, Lee Strasberg, Stella Adler und Sanford Meisner befassen und ihre Übungen („the method“, sense memory, emotional memory, u.a.) auf die Autorenschaft übertragen.
Dabei geht es um die Kernfragen:
Wie mache ich mir die Welt meiner Geschichte zu eigen?
Wie kann ich mich besser in meine Figuren hineinversetzen, ohne ihre Erfahrungen gemacht zu haben?
Wie erhalte ich einen emotionalen Bezug zu meinen Figuren?
Wie kann ich Haltungen und Emotionen meiner Figur sichtbar machen?
Wie kann ich Szenen aus der Figurenhaltung heraus entwickeln?
Am zweiten Tag werden zwei Schauspieler unter meiner Leitung mitgebrachte Prosa-Szenen, mit denen die AutorInnen noch unzufrieden sind, spielen. Dabei wollen wir mit Hilfe der Schauspieler die Figuren zum Leben erwecken und am konkreten Beispiel untersuchen, wo die Probleme liegen und wie man die Figuren in der Szene verbessern kann.
Weitere Informationen zu den Seminaren und Anmeldung: mail@winfriedoelsner.de

Berliner Autorinnentreff
02. April 2009
20 Uhr in der Begine (Adresse siehe unter: www.begine.de)
Thema des Abends: „Wer is denn Albert, frag ich mich. Dann fällt mir ein, Albert is Mr. — sein Vorname.“ (Alice Walker: Die Farbe Lila, 1984/Englisch 1982)
Wer immer eine Geschichte schreibt, muss die darin handelnden Figuren charakterisieren. Die Leserinnen und Leser müssen sich die Personen vorstellen, und eine Vorstellung beginnt oft mit dem Namen. Wir wollen an diesem Abend anhand von Beispielen diskutieren, welche Namen wir für gelungen halten, welche wir im Gedächtnis behalten und welche nicht und was Autorinnen und Autoren schon mit der Namensgebung über ihre Figuren und die Art ihrer Beziehungen zueinander erzählen. Leitung des Abends: Claudia Breitsprecher

Spielfilm „Vom Atmen unter Wasser“
17. April (Freitag) 21 Uhr auf arte
Drehbuch: Lisa-Marie Dickreiter,
Regie: Winfried Oelsner, Hauptdarsteller: Andrea Sawatzki, Thorsten Merten und Adrian Topol.
Inhalt: Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Die Bergmanns aus Freiburg waren eine ganz normale Familie mit ganz normalen Problemen. Dann wurde Sarah, die sechzehnjährige Tochter, auf dem Nachhauseweg von einem Unbekannten überfallen und erwürgt.
Jetzt, fast ein Jahr später, ist der Gerichtsprozess vorbei, der Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und das Scheinwerferlicht der Presse auf andere Ereignisse gerichtet. Doch was passiert mit denen, die zurückbleiben und die in ihrer Trauer nicht einfach so weitermachen können?
Das Drama lief im vergangenen Jahr auf vielen Filmfestivals und erhielt zwei Publikumspreise. Es wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnet: „Authentisch, einfühlsam, fesselnd, tragisch – ein Film, der aufwühlt und lange nachhallt.“
Informationen auch auf der Webseite des Regisseurs: www.winfriedoelsner.de

Marion Pelny und Sylvia Tornau laden zum 2. Mitteldeutschen Autorinnentreffen ein
18. April, 10:00 bis 16:00 Uhr, Frauenkultur Leipzig e.V., 04277 Leipzig, Windscheidstraße 51,
Textwerkstatt für Lyrik und Kurzprosa
einzureichende Texte: max. 10 Seiten (auch Ausschnitte aus längeren Texten sind möglich)
Normseiten: 30 Zeilen à 60 Zeichen entspricht etwa 1.500 Zeichen, oder maximal 5 Gedichte.
Maximale Teilnehmerinnenzahl: unbegrenzt, es können Texte von 6 Autorinnen besprochen werden
Leitung: Marion Pelny

Konferenz „Mehr als die Hälfte ist weiblich!“
08. bis 10. Mai 2009 in Leipzig.
Frauenkultur Leipzig, 04277 Leipzig, Windscheidstraße 51,
Bundesweite Konferenz der auf dem Gebiet der Frauenkultur-Arbeit tätigen Häuser und Initiativen.
Der Frauenkultur e.V. Leipzig, seit 18 Jahren soziokulturelles Zentrum zur Förderung weiblicher Kunst und Kultur, veranstaltet eine bundesweite Konferenz der Häuser und Initiativen, die auf dem Gebiet der „Frauenkultur-Arbeit“ tätig sind. Im Focus dieser Konferenz steht das nach wie vor gesellschaftlich relevante Thema „Chancengleichheit in der Kunst“.
In der Kultur in diesem Land sind viele Frauen tätig. Es scheint, als wäre die Kultur-Wirtschaft entsprechend der Mehrheitsbevölkerung weiblich dominiert. Die differenzierte Betrachtung zeigt aber, dass es in der Hochkultur genauso wenige Dirigentinnen oder Intendantinnen wie Frauen im Aufsichtsrat von BMW oder im Geschäftsvorstand von Bayern München gibt. Bei einer prozentual ausgewogenen Bewerbung von Frauen und Männern werden bei Preisvergaben in der Bildenden Kunst oder bei Literatur-Stipendien Bewerber deutlich bevorzugt. In der Nachwuchsförderung von Bands bzw. Nachwuchs-Bandwettbewerben zeigt sich, dass sich unverändert bedeutend mehr Jungen als Mädchen bewerben. Dieser Sachverhalt spiegelt auch die gesellschaftliche Wichtigkeit der Arbeit von „frauenkulturellen“ Zentren, Projekten und Initiativen wider. Die Kern-Frage nach dem gesellschaftlichen Bedarf dieser Arbeit wird von außen immer wieder gestellt und wir müssen uns selbst – unabhängig von den strukturellen Verschiedenheiten, Ent wicklungsgeschichten und inhaltlichen Hauptausrichtungen der Häuser und Projekte – intern dieser Frage immer wieder stellen.
Nähere Informationen: Christine
www.frauenkultur-leipzig.de,
hallo@frauenkultur-leipzig.de,
Fon & Fax: 0341 – 21 300 30

Mitteldeutsches Autorinnentreffen: Wortschmiede für Lyrik und Kurzprosa
Termin: 18.09. bis 20.09.2009
Denkmalschmiede Höfgen www.hoefgen.de
einzureichende Texte: max. 10 Seiten (auch Ausschnitte aus längeren Texten sind möglich)
Normseiten: 30 Zeilen à 60 Zeichen entspricht etwa 1.500 Zeichen, oder maximal 5 Gedichte.
Maximale Teilnehmerinnenzahl: 12 Autorinnen
Leitung: Anna Kaleri (Prosa) www.annakaleri.de, Marion Pelny (Lyrik) www.marionpelny.de
Organisatorisches: Es können Fahrgemeinschaften von Leipzig aus gebildet werden. Bei der Anmeldung bitte Bedarf oder Mitnahmemöglichkeiten mitteilen. Ob wir in getrennten Gruppen für Lyrik und Prosa arbeiten oder in einer gemeinsamen Gruppe entscheiden wir nach dem Bedarf der Teilnehmerinnen vor Ort.
Anmeldungen bis zum 18.04.2009 unter sylvia@mitteldeutsche-autorinnen.de

3. Rezensionen

„Macht euch keine Sorgen“ von Lydia Mischkulnig
rezensiert von Maike Stein

„Der Paravent verstellt den Blick auf das Bett. Ich kann nur die Schwestern sehen. Sie haben ein Leintuch geholt und packen es an den Zipfeln, schlagen es mit einem Ruck auf und schleudern es hoch. Der weiße Stoff bläht sich. Die Hände zurren ihn fest, spannen ihn zu einem Baldachin. … Die Sonne fällt auf die Tote. Die Haarspitzen werfen einen kurzen Wimpernschatten. …“

Neun exzellente geschriebene Kurzgeschichten vereint das neue Buch von Lydia Mischkulnig – oder, wie es im Untertitel heißt: Neun Heimsuchungen. Eine wunderbar unprätentiöse Sprache geht einher mit scharfen und klugen Beobachtungen, es geht um Tod und Liebe und Firmenpolitik, um Alleinerziehende und Familienverhältnisse, es sind Geschichten, die berühren und nachwirken und den eigenen Blick schärfer werden lassen.Ohne zu zögern, entzieht die Autorin ihren Figuren das Sicherheitsnetz, lässt ihren Alltag ins Absurde umkippen und erzählt, was dann passiert.Lydia Mischkulnig wurde 1963 in Klagenfurt geboren, lebt und arbeitet heute in Wien. Sie wurde bereits mehrfach für ihre Arbeiten ausgezeichnet; sie schreibt Romane, Erzählungen und Hörspiele. Es lohnt sich, diese Autorin zu entdecken.

Lydia Mischkulnig „Macht euch keine Sorgen“, Haymon Verlag 2009, Euro: 15,90

„Das Zimmer“ von Helen Garner
rezensiert von Lisa-Marie Dickreiter

(…) „Leise und ruhig fiel in der Nacht der Regen. Ich erwachte um 6 Uhr mit dem Gefühl, es stehe etwas Drohendes bevor; es war dieselbe Angst, die ich auch immer dann verspürte, wenn ich ein Manuskript zu einem festen Termin fertig haben musste: die unausweichliche Notwendigkeit, etwas Neues aus mir herauszuholen. Heute würde Nicola ankommen. Ich lag da wie unter einem Schatten.“

Als sie ihre Freundin Nicola einlädt, für eine dreiwöchige Krebstherapie bei ihr zu wohnen, ist Helen nicht bewusst, was es bedeutet, einen sterbenden Menschen zu begleiten. Mit Nicola ziehen nicht nur Angst und Sorge um die todkranke Freundin bei Helen ein, nicht nur die anstrengende Pflegetätigkeit, sondern auch der Zorn. Zorn über die sanftmütige Ergebenheit, mit der sie alles erträgt. Zorn über den naiven, aber absoluten Glauben, den sie den dubiosen Krebs-Therapien des Theodore Institute entgegenbringt. Aber vor allem Zorn darüber, dass die geliebte Freundin sich nicht eingestehen will, dass sie im Sterben liegt. Dieser Zorn überfällt Helen in ihrem erschöpften Zustand und bringt sie an ihre Grenzen.
Auf 173 Seiten erzählt Helen Garner in ihrem autobiografisch gefärbten Roman, wie die beiden Freundinnen, beides Frauen Mitte sechzig, beides herrische Persönlichkeiten mit eisernem Willen auf engstem Raum aufeinanderprallen. Während Leben und Tod, Gastgeber und Gast erbittert gegeneinander antreten, spricht aus jeder Zeile dieses klugen und ehrlichen Romans das Mitleid und der Respekt für eine Person, die ihren eigenen Tod akzeptieren und sich ihm gegenüber behaupten muss.

„Das Zimmer“ von Helen Garner, Berlin Verlag 2009, Euro: 18,00

„Kindes Land“Ein ProsaPoem von Margarete Federkeil Gaitzsch
rezenziert von Sylvia Tornau

„Der Briefträger kommt noch mal. Ich sehe ihn schon von weitem. Da kriege ich Angst. Und laufe schnell zu meiner Mutter. Sie macht den Brief auf. Und wird ganz weiß. Sie schreit laut zu dem Briefträger. Doch der rennt schnell den Berg runter. Dieser Verbrecher hat ihn auf dem Gewissen, schreit meine Mutter. Immer wieder. Dieser Verbrecher!“

Die Kinderjahre des Mädchens Marga, beschreibt Mararete Federkeil Gaitzsch in ihrem Buch. Marga, vor dem Zweiten Weltkrieg im Ruhrgebiet geboren, wird mit Mutter und Schwester ins Allgäu zu einer Bauernfamilie evakuiert. Eine fremde Welt, in die sie sich schnell eingewöhnt. Marga dem Kind, selbst noch fremd im Leben, fällt die Orientierung in neuer Umgebung noch nicht schwer. Die Protagonistin Marga erzählt mit kindlicher Stimme Alltagsbegebenheiten. Eine Aneinanderreihung von Erinnerungssplittern hervorgekramt aus einem Kinderhirn. Da wird keine Auswahl an Gewichtung und Bedeutung getroffen, sondern das Seilhüpfen mit Freundinnen steht auf gleicher Bedeutungsebene wie Ausgebombt werden, der Verlust der Puppe Helga, die zaghafte Sehnsucht nach Brüsten und späterer fraulicher Schönheit, die Entscheidung zwischen Mittelschule und Gymnasium.
Margarete Federkeil Gaitzsch berichtet aus der Sicht des Kindes vom Leben in den letzten Kriegsjahren und den Jahren danach. Für das Kind spielt der Krieg nur am Rand eine Rolle. So wird der Verlust des gefallenen Patenonkels für Marga dadurch greifbar, dass sie von nun an auf den Groschen verzichten muss, denn er ihr immer schenkte. Kein Groschen mehr, dass heißt, kein Patenonkel mehr.
Die zweite Stimme im Buch ist die lyrische Stimme der Autorin. Dieses Zusammentreffen der beiden Erzählstimmen macht für mich den Sog dieses Buches aus. Immer dann, wenn ich wütend ob der für mich nervenden, gewollt kindhaften Erzählsprache das Buch aus der Hand legen wollte, stand da ein Gedicht und raffte in seiner Kurzform das kindliche Erleben mit dem erwachsenen Erinnern zusammen. Eine merkwürdige Mischung, die es schaffte, mich am Lesen zu halten, obwohl mir Margas Sprache zutiefst zuwider ist. Der Buchdeckel ist zu und zurück bleibt eine nachdenkliche Leserin mit Milieubildern aus unbekannter vergangener Zeit.
Im Dezember 2008 erhielt die Autorin von den „SalonLöwinnen“ einen Preis für ihre erste Buchveröffentlichung.

„Kindes Land“ Ein ProsaPoem von Margarete Federkeil Gaitzsch, assoverlag 2008, Euro: 14,90

4. Verlosung

Wir verlosen drei Exemplare des Buches von Lydia Mischkulnig „Macht euch keine Sorgen“ und ein Exemplar von „Kindes Land“, Margarete Federkeil Gaitzsch. Einfach die Antwort auf diese Frage finden:
Von wem stammt das folgende Zitat?
„Vergiss nicht! Diese Heimsuchung
Soll nur den abgestumpften Vorsatz schärfen.“

Antworten bitte an: redaktion@autorinnenvereinigung.de
Unter den richtigen Antworten entscheidet das Los.
Einsendeschluss ist der 15.04.2009, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Gewinnerinnen von „Macht euch keine Sorgen“ erhalten ihre Buchexemplare direkt vom Haymonverlag.

5. Neuerscheinungen

„Patentlösung“ von Carla Rot
Im März ist der erste Krimi von Carla Rot (alias Barbara Slawig) erschienen: An der Sicherheitskontrolle des Düsseldorfer Flughafens bricht ein Mann tot zusammen – direkt neben Simone Dreyer. Ein Zufall, der für die junge Frau zu einer Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit wird. Denn der Tote war vor 13 Jahren der Patentanwalt ihres Vaters – der bei einem Autounfall ums Leben kam. Während Hauptkommissar Zeitz im Umfeld des Toten ermittelt, versucht Simone herauszufinden, was damals wirklich zwischen ihrem Vater und seinem Anwalt geschah.
„Patentlösung“ von Carla Rot, Droste Verlag 2009, ISBN 978-3-7700-1321-0, Euro: 9,95

Lyrik auf Erfolgskurs
Dr. Marina Krug war mit drei Gedichten erfolgreich am Lyrikwettbewerb von Literaturpodium. „Djamila“ gehört zu den Gewinnern der Spezialaufgabe „Gesichter Asiens“, „Frag mich“ hat einen zusätzlichen Preis erhalten und „Vernissage“ ist in die höchste Auswahlrunde gekommen. Alle drei Gedichte wird die Autorin mit zwei weiteren Texten in der nächsten Anthologie von Dorante Edition publizieren.
Näheres zur Autorin unter http://kolibrisland.blogspot.com

6. Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte

Aufruf wider die Vernichtung unserer Buchkultur durch Internet-Piraterie
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
auf den Seiten des Internetportals Textkritik findet Ihr einen an die Bundesregierung und die Regierungen der Länder gerichteten Appell „Für Publikationsfreiheit und die Wahrung des Urheberrechts“, zu dessen Unterzeichnern zahlreiche namhafte Autoren, Übersetzer, Verleger, Kritiker, Literaturvermittler und Wissenschaftler gehören. Bitte schließt Euch diesem Aufruf an. Ihr könnt bequem per eMail unterzeichnen.
Alle Informationen unter http://www.textkritik.de/urheberrecht/

Informationsveranstaltung des VS Bayern in ver.di
„Google und die Rechte der Autoren“

27. April, 19:30 Uhr, Literaturhaus München, Forum

Google hat mehrere Millionen Bücher gescannt und digitalisiert. Google hat die Absicht, dies solange fortzusetzen, bis die gesamte Weltliteratur auf seinen Festplatten lagert. Google bietet, um sein Tun zu legalisieren, einen Vergleich an, der vor einem amerikanischen Gericht ausgehandelt wurde.
Was ist der Inhalt dieses Vergleiches? Wie greift er in die Urheberrechte deutscher Autoren ein? Welche Rechte werden Google durch den Vergleich zugesprochen? Wie wird Google diese Rechte verwerten? Welche Auswirkungen hat dies für die Vermarktung eigener Urheberrechte? Wie sollten sich Autoren zu dem Vergleich stellen? Was kann die VG Wort für die Autoren gegenüber Google tun?
Bis 5. Mai – zu diesem Stichtag sollen 15 Mio. Bücher eingescannt sein – müssen die Autoren prinzipiell kundtun, ob sie diesem Vergleich beitreten wollen bzw. ihm widersprechen. Hierüber diskutieren mit den Autoren Dr. Robert Staats, Geschäftsführer der VG Wort und Gerlinde Schermer-Rauwolf, Übersetzerin

7. Ein Zimmer für sich allein

Ein Angebot von Melsene Laux
Ein Zimmer für sich allein?

„Was man selbst nicht bekommen kann, sollte man doch gerne anderen anbieten, damit es wenigstens in der Welt ist“:
Biete kostenlosen Aufenthalt in meinem Haus in Südschweden für jeweils eine Autorin, die sich in ruhiger Waldlandschaft erholen und auch von dem Umfeld inspirieren lassen möchte. Im hiesigen Ort haben immerhin zwei bekannte schwedische Schriftstellerinnen gelebt, deren Werk teils ins Deutsche übersetzt wurde. Zu Unrecht sind sie in Vergessenheit geraten.
Mein Gast hat ein eigenes Zimmer und kann ansonsten die Gegebenheiten des Hauses und Gartens nutzen. Bis Ende Juni ist mittlerweile alles besetzt, aber im Juli, August und September 2009 ist noch alles möglich.
Nähere Informationen per mail unter melsene.laux@gmail.com

8. Bedrohte Autorinnen – von Sylvia Tornau

Mela Spira (geb. Hartwig): Todestag 24. April 1967
Mela Spira – österreichische Schauspielerin und Schriftstellerin.
Geboren 1893 in Wien, lebte sie viele Jahre mit ihrem Ehemann, dem jüdischen Rechtsanwalt Robert Spira, in Graz. 1927 debütiert sie (auf Fürsprache von Alfred Döblin) mit ihrer Erzählung „Das Verbrechen“. 1928 veröffentlicht sie den Novellenband „Ekstasen“ und 1929 den Roman „Das Weib ist ein Nichts“. Nach diesen Veröffentlichungen wird es still um Hartwig, sie ist als Jüdin und Feministin zu riskant geworden. 1938 emigriert das Ehepaar – nach der Enteignung durch die Nazis nach London, wo sie sich mit Virginia Woolf befreundet.
1967 stirbt Mela Hartwig kurz vor ihrem Mann in London. Bis zu ihrem Tod gelang es ihr nicht noch einmal, größere Arbeiten zu veröffentlichen. Erst postum erlebte das literarische Werk Mela Spiras eine kleine Renaissance. Seit Anfang der 90er Jahre sind neu erschienen:
* Ekstasen. Novellen, Ullstein, Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-548-30281-5
* Bin ich ein überflüssiger Mensch? Roman, Droschl, Graz 2001, ISBN 3-85420-574-0
* Das Weib ist ein Nichts. Roman, Droschl, Graz 2002, ISBN 3-85420-615-1
* Das Verbrechen. Novellen und Erzählungen, Droschl, Graz 2004, ISBN 3-85420-659-3

9. Zum Schluss

„Die Kunst fängt an, wenn man mit dem Handwerk vertraut geworden ist“
Elizabeth George

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